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Am Mittwoch, 25. März, fand im Düsseldorfer Weiterbildungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf die EINKAUFSKONFERENZ 2009 statt. Rund 100 Besucher aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft informierten sich über neue Strategien und Lösungen zur Modernisierung des Einkaufs in der öffentlichen Verwaltung.
Die Einführung in den Tag übernahm der stellvertretende Leiter des Hauptamts Hans-Jürgen Schnaß, bevor Prof. Dr. Rainer Thome vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Logistik der Universität Würzburg den Teilnehmern in einem bildreichen Vortrag den Weg vom E-Procurement zum I-Procurement aufzeigte. Neben den Vorteilen, welche die Nutzung elektronischer Beschaffungssysteme mit sich bringt, ist es vor allem die Integration in angrenzende Fachverfahren sowie die Etablierung über die gesamte Verwaltung hinweg, durch welche sich positive Effekte verstärken lassen.
Die Nutzung von Effizienzpotenzialen, welche sich in Materialwirtschaft und Einkauf durch Kostensenkung und Prozessoptimierung bei kommunalen und städtischen Beschaffungsorganisationen erzielen lässt, stellte Randolf Kaiser von der Firma Kaiser & Tappe GmbH dar und untermauerte seine Aussagen dabei mit Vergleichswerten aus vergangenen Projekten.
Den "Düsseldorfer Weg" zum E-Procurement und die bei der Landeshauptstadt in diesen Zusammenhang aufgetretenen Herausforderungen stellte zunächst Maren Maiwald vom Hauptamt der Landeshauptstadt dar. In ihrem Vortrag zeigte sie auf, wie Düsseldorf durch ein schrittweises Vorgehen den elektronischen Einkauf in den einzelnen Ämtern etabliert hat und dass sich auch sehr komplexe Beschaffungsvorgänge, wie bspw. der Einkauf von Hardware, Software und IT-Dienstleistungen in einem elektronischen Verfahren abbilden lassen.
Die Erfahrungen des Stadtentwässerungsbetriebs Düsseldorf zeigte Lutz Barenthien lebhaft auf. Dabei ging er neben den Vorteilen, welche die elektronische Bestellabwicklung bietet, auch auf die Herausforderungen, insbesondere auf organisatorischer bzw. personeller Seite ein, welche ein solches Projekt zur Restrukturierung der Materialwirtschaft mit sich bringt.
Als Abschluss der Düsseldorfer Vortragsreihe zeigte Wolfgang Karthausen vom Stadtbetrieb Zentrale Dienste auf, welche Potentiale sich durch die Bereitstellung von zentralen Dienstleistungen im Beschaffungsbereich eröffnen lassen.
Die Sichtweise eines Lösungsanbieters stellten Steffen Hock und Falco Winschel von der MULTA MEDIO Informationssysteme AG dar. Die Landeshauptstadt Düsseldorf nutzt seit 2002 das Produkt MM-Market der MULTA MEDIO AG als Werkzeug des elektronischen Einkaufs. Unter dem Motto "Produkt kaufen - Projekt leben" gingen sie auf die Herausforderungen ein, vor die eine moderne Einkaufssoftware gestellt ist, um die Vorteile eines standardisierten Produkts mit denen einer individuell angepassten Lösung zu verbinden.
Den Ansatz des BME im Rahmen des Verbundprojektes "REPROC" stellte Martina Jungclaus vor und zeigte auf, welche Voraussetzungen aus Sicht der Projektgruppe erfüllt sein müssen, um effiziente und durchgängige E-Government Lösungen im Bereich der elektronischen Beschaffung zu etablieren.
Dass elektronische Beschaffung auch bei kleineren Kommunen dazu führen kann, Prozesskosten zu sparen, Transparenz zu erzeugen und Einkaufsprozesse effizienter zu gestalten, zeigte Klaus-Peter Ernst vom Hauptamt des Saarpfalz-Kreises auf und nannte dabei auch konkrete Zahlen. Der Saarpfalz-Kreis nutzt hierfür die auf dem Produkt MM-Market basierende ASP-Plattform.
Fest steht, dass Beschaffungsvorgänge zukünftig ohne elektronische Verfahren nicht mehr wirtschaftlich zu tätigen sind. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, Softwareprodukte einzusetzen, die zukunftsfähig sind und Erweiterungsmöglichkeiten bieten, denn künftig wird die Abbildung des klassischen Beschaffungsprozesses nicht mehr ausreichend sein. Dies bezieht sich insbesondere auf Schnittstellen zu anderen Verfahren wie Inventarisierung, Anlagenbuchhaltung, elektronische Rechnungsbearbeitung oder die (semi-) automatisierte Integration von Anwenderdaten. Vor diesem Hintergrund stießen die Vorträge auf ein breites Interesse. Mit einer lebhaften Podiumsdiskussion schloss die Veranstaltung ab.
Die Vorträge der Einkaufskonferenz finden Sie auf der Homepage des Hauptamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf.